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14/06/2010,

Public Relations

Gefährden Vuvuzelas Südafrikas Reputation?

Sie sind wahrhaftig in aller Munde: die so genannten Vuvuzelas. Die armlangen Fan-Tröten aus Plastik oder Leichtmetall sind bei der Fußball-WM in Südafrika in und auch außerhalb der Stadien ein permanenter akkustischer Begleiter. Allerdings könnte sich die gerade einsetzende Kritikwelle daran zu einem nachhaltig anhaftenden schwarzen Fleck auf der weißen Weste der afrikanischen WM-Gastgebergeschichte ausweiten (siehe auch unter wuv.de). Denn der Ruf der WM 2010 steht wegen der Vuvuzela auf dem Spiel. Die Stimmungsmache im World Wide Web wendet sich momentan bedenklich gegen den ersten afrikanischen WM-Ausrichter.

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Die Austragung der Fifa-WM bedeutet neben der sportliche Ehre für das Gastgeberland auch eine ungeheure Marketing-Möglichkeit, sowohl für Südafrika, als auch für den ganzen Kontinent. Südafrika kann sein Image mit einer reibungslos verlaufenden WM maßgeblich verbessern. Die öffentliche Meinung im Netz trägt zu dieser Image-Kampagne wesentlich bei. Südafrika will sich als afrikanisches Musterland präsentieren, dass jenseits von Township-Kriminalität und Rassenproblemen auf dem Weg zum Schwellenland ist, als sicherer Tourismusmagnet und interessanter Industriestandort gilt.
Googelt man derzeit das Wort "WM" stößt man jedoch bereits auf der ersten Ergebnisseite auf einige Negativ-Schlagzeilen, die allesamt mit dem Thema Vuvuzela-Beschwerden zu tun haben: Prominente Spieler wie Argentiniens Superstar Lionel Messi oder Frankreichs Kapitän Patrice Evra beklagen sich über mangelnde Kommunikationsmöglichkeit auf dem Spielfeld, die durch den akkustische Dauerbeschuss verursacht würden (siehe spiegel-online.de). Bei den Fernsehanstalten gehen tausende Beschwerde-Mails von genervten Fans ein. Sogar der Chef des WM Organisationskomitees, Danny Jordaan erwägt schon ein Vuvuzela-Verbot. Ganz zu schweigen von den gesundheitlichen Bedenken, die zahlreiche Organisationen und Experten von den Gehör-Killern ausgehen sehen.

Zwischen afrikanischer Fußballkultur und europäischen WM Werten

Die Südafrikaner dagegen wollen davon nichts wissen. Für sie ist der Hornissen-Schwarm-Sound Teil ihrer Fußball-Kultur. Einstudierte Fangesänge, wie sie in europäischen Stadien vorherrschen, haben in Südafrika weniger Bedeutung. So steht man nach genauerem Hinsehen zwischen Kulturrelativismus und dem Vorrang westlicher Fußball-Gewohnheiten. Einerseits ist es verständlich, dass die Südafrikaner "ihre" WM nach ihren Vorstellungen einer Fan-Kultur feiern wollen. Das war 2006 in Deutschland und dem damals relativ neuen Thema "Public Viewing" nicht anders. Dagegen gilt allerdings zu bedenken, dass der Erfolg dieses großen Sport-Ereignisses nachhaltig gefährdet ist. In zahlreichen Internet-Foren wird gegen die WM Tröten Stimmung gemacht, Facebook Mitglieder attackieren die Facebook-Gruppe "Virtual Vuvuzela Gifts" fast einstimmig negativ, die Gruppe "Vuvuzelas nerven" hat bereits 5.500 Mitglieder. Einige würden sogar so weit gehen, den Fernseher auszuschalten. Die Stimmung ist merklich gekippt. Die WM-Organisatoren müssen handeln um größeren Schaden für das Turnier und das Land zu verhindern. Die Anti-Vuvuzela Stimmung im Internet lässt sich höchstwahrscheinlich nicht so schnell verändern. Der Erfolg des globalen Ereignisses hängt stark von der weiteren Berichterstattung der internationalen Medien ab. Das Internet wird dabei eine Schlüsselrolle einnehmen.
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