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Der Mythos der kreativen Maschine

KI_1Die Fortschritte auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) sind atemberaubend. Inzwischen komponiert sie sogar Musik und schreibt Gedichte. Müssen also Grafiker, Texter und Musiker fürchten, von Computern ersetzt zu werden? Vorerst nicht – bis den Maschinen ein entscheidender Durchbruch gelingt.

Lange Zeit hat es eine Fähigkeit des Menschen gegeben, die als besondere Herausforderung für KI galt: Kreativität. Computer stoßen hier an ihre Grenzen, weil kreative Leistungen nicht unbedingt auf Intelligenz beruhen, sondern auch viel von Talent abhängen, das sich nicht so leicht erlernen oder imitieren lässt. Bleibt also Kreativität für immer dem Menschen vorbehalten? Die jüngsten Fortschritte lassen daran zweifeln: KI komponiert bereits Musik, malt Bilder und schreibt Gedichte. Dennoch bedeutet das nicht, dass Maschinen in absehbarer Zeit sämtliche kreativen Arbeiten übernehmen können.

Künstliche Intelligenz ist ein Überbegriff für verschiedene Methoden. Aktuell sorgt vor allem die Methode des Deep Learnings für einen Hype. Sie funktioniert dank neuronaler Netze und großen Datenmengen, das Grundprinzip basiert dabei auf statistischen Analysen. Soll das künstlich intelligente System zum Beispiel ein impressionistisches Bild malen, betrachtet es im ersten Schritt viele verschiedene Bilder und übersetzt diese in Zahlenreihen. Anschließend identifiziert es in den Zahlenreihen Korrelationen, das heißt statistische Zusammenhänge. Mit den Ergebnissen der Analyse erstellen Rechner eine neue Zusammenstellung der Zahlen, Verteilungen und Muster. Ähnlich verfährt die KI auch bei Musik oder Texten.

KI erschafft also nur eine Neukomposition bestehender Muster, sie imitiert Stile und Künstler. So ergibt sich auf den ersten Blick ein kreatives Ergebnis. Versteht man Kreativität jedoch als einen Prozess, der zum Beispiel aktuelle gesellschaftliche und politische Geschehnisse reflektiert, unterliegt die Maschine dem Menschen deutlich. Denn um wirklich kreativ sein zu können, nutzen wir Menschen ein grundlegendes Wissen über unsere Umwelt – das sogenannte Allgemeinwissen. KIs besitzen ein solches Allgemeinwissen nicht. Sie verfügen nur über Wissen zu dem spezifischen Themengebiet, für das sie trainiert wurden. Der Mensch hingegen stellt Verknüpfungen zwischen verschiedensten Themen her, lässt sich vom aktuellen Zeitgeist inspirieren und verleiht seinen Gefühlen Ausdruck.

Die Botschaft, die KI-Kunst transportieren soll, muss dem System vorgegeben werden. Somit ist KI nicht kreativ, sondern lediglich ein Abbild existierender Werke. Außerdem bleibt die Frage: Ist das Werk einer KI wirklich eine kreative Leistung jener oder die des Programmierers, der die KI erschaffen hat? Schließlich gibt dieser die Zutaten vor, derer sich die KI im Prozess bedienen kann.

Bis heute gibt es keinen Algorithmus, der es Maschinen ermöglicht, die Welt im gleichen Maße wie ein Mensch zu verstehen. Daher ist der Grundstein für wahre künstlich intelligente Kreativität noch nicht gelegt.

Lucia Ströher

Autor Lucia Ströher

Kämpft mit Himmelsrichtungen und Verkehrsmitteln der Großstadt – nicht aber mit ihren Aufgaben. Naturtalent, Nützlichmacherin und Herzerwärmerin. Versteht was von Wörtern und Zahlen. Macht nicht nur als Tennisspielerin eine gute Figur, sondern hält auch als Trainerin die Gruppe zusammen. Nie ohne Buch unterwegs und süchtig nach Schokolade.

In unserem Blog geht es um Kommunikation im digitalen Zeitalter – insbesondere für mittelständische B2B-Unternehmen. Wir teilen außerdem unser Fachwissen und unsere Einschätzung zu Ereignissen, Trends und Zukunft. Die geäußerte Meinung entspricht der Haltung des Autors.

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