<img height="1" width="1" style="display:none" src="https://www.facebook.com/tr?id=424231064635974&amp;ev=PageView&amp;noscript=1">
  

conSENF: Human oder künstlich – Hauptsache intelligent?

conSENF Bild-2

Jüngst wurden 250 Marketing-Mitarbeiter eines namhaften Online-Händlers entlassen. Ihre Aufgaben sollen zukünftig von Künstlicher Intelligenz und Algorithmen übernommen werden. In der Branche wird das Thema deshalb gerade heiß diskutiert. Aber müssen wir jetzt wirklich alle um unsere Jobs fürchten?

Künstliche Intelligenz ist das Buzz-Word der Stunde und viele Unternehmen, gerade im Bereich der Datenanalyse, brüsten sich damit. Im Marketing gibt es bereits heute zahlreiche Einsatzmöglichkeiten: etwa bei der Auswertung von Kundenfeedback und der einhergehenden Ableitungen für die Kundenansprache, zum Beispiel in Form von personalisierten Produktvorschlägen. Algorithmen können uns helfen, unsere Zielgruppen besser zu verstehen und effektiver anzusprechen. Wir können sie genauer identifizieren und herausfinden, wer für welche Themen empfänglich oder gar meinungsbildend ist. Künstliche Intelligenz verändert das Kundenverhalten und die Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden. Damit verändert sie auch die Kommunikation mit der Zielgruppe.

Doch was bedeutet das für die PR? Unser Werkzeug und Verständigungsmittel ist vor allem eins: Sprache. Unter KI-Forschern gilt es als heiliger Gral, Künstliche Intelligenz zu entwickeln, die Sprache nicht nur versteht sondern auch zu intelligenter und vor allem emotionaler Konversation fähig ist. Davon ist die Wirklichkeit jedoch noch entfernt. Denn es gilt nicht nur die Worte zu verstehen, sondern auch die Botschaften, die mitschwingen. Dazu ist Hintergrundwissen nötig: nur wer den Kontext kennt, kann auch verstehen, was gemeint ist.

Doch klar ist: Durch KI wird sich auch PR verändern. Künstliche Intelligenz verändert die Art und Weise, wie Content produziert wird. Bots ermöglichen es Texte in zahlreichen Variationen automatisiert zu erstellen. Dadurch können Unternehmen ihre Kunden individueller als bisher ansprechen. Technologien wie NLG (Natural Language Generation) können zum Beispiel klassische Routine-Tätigkeiten eines Kommunikations-Managers erleichtern – etwa beim Erstellen von Standard-Produktmeldungen, Bilanzberichten oder Gebrauchstexten.

All das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir uns in Zukunft noch mehr auf die anspruchsvollen Komponenten unseres Berufs konzentrieren werden. Kreative Ideen entwickeln, neue Perspektiven einnehmen, Zusammenhänge erschließen und das alles zielgruppengerecht aufbereiten, in Geschichten verpacken und somit Relevanz erzeugen – das wird Machine Learning und KI nicht leisten können.

KI kann uns unterstützen. Das funktioniert jedoch nur, wenn wir uns eine gewisse Software-Kompetenz aneignen: Nutzen wir neue Technologien, müssen wir sie auch verstehen und in der Lage sein, die Daten dahinter auszuwerten. Wie in so vielen anderen Bereichen des privaten und beruflichen Lebens gilt auch hier: Wir sollten neue Technologien als Chance und nicht als Gefahr begreifen. Als Experten für PR und Kommunikation können wir gerade in der Digitalisierung mit unserer Beratungsleistung Mehrwert bieten. Und wer versteht, was Künstliche Intelligenz tatsächlich leisten kann, wird spannende Anwendungsfelder und neue Potenziale entdecken.

Stephanie Baumann

Autor Stephanie Baumann

Als Kommunikationswissenschaftlerin ist ihr die deutsche Medien- und PR-Landschaft wohl bekannt. Bayerische Frohnatur, die sich auch in stressigen Situationen nicht aus der Ruhe bringen lässt. Denkt oft in Bewegtbild und bewegt sich. Liebt die Herausforderung und stürzt sich auch mal in Extremsituationen oder aus 3000 m Höhe in die Tiefe. Liebt den Kontrast zwischen Stadt- und Landleben. Ist ein Kind des bayerischen Waldes und bekennt sich offen zu ihrem rollenden R.

In unserem Blog geht es um Kommunikation im digitalen Zeitalter – insbesondere für mittelständische B2B-Unternehmen. Wir teilen außerdem unser Fachwissen und unsere Einschätzung zu Ereignissen, Trends und Zukunft. Die geäußerte Meinung entspricht der Haltung des Autors.

Beliebte Artikel