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06/02/2013,

Krisenkommunikation

Online Reputation: Spam birgt Gefahr

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Spams sind nervig, unnötig und können teuer werden. Doch verkaufen Spams nicht mehr nur Viagra oder hoffen auf Online-Casino-Spieler. Mittlerweile beeinflussen sie auch negativ die Online Reputation direkt von einzelnen, realen Webseiten oder Personen. So kürzlich geschehen bei der Webseite www.proberry.de. Die Seite informiert zum Fachthema Beerenanbau in Deutschland – ohne Verkaufsabsichten. Ein Thema für einen sehr kleinen Kreis von Landwirten und Brancheninteressierten. Doch seitdem die Seiten-URL in einer Spamwelle an tausende Empfänger gesendet wurden, ist der Beerenanbau in vieler Munde. Einige Emailkonten empfingen bis zu 300 solcher Spams. „Wir betreiben eine Landwirtschaft und müssen momentan viel Zeit aufbringen, Mails zu schreiben, zu beantworten, etc.“, sagt proberry-Betreiber Georg Schemmel, der mit Netz-Reputation über den ärgerlichen Vorfall sprach. Nicht nur die Glaubwürdigkeit der Seite leidet, einige Virenschutzprogramme verweigern inzwischen den Zugriff auf die Seite.

Botnet verantwortlich für Beeren-Spam

Laut den Sicherheitsexperten von eleven begann die Spamwelle am Mittwoch, den 23.1. und hält – leicht abgeändert – aktuell noch an. Das Besondere an der Spamwelle: Sie enthält weder einen Link auf eine verseuchte Seite oder eine Verkaufsplattform, noch einen Virus. Die einzige Botschaft der Mail lautet „Sicherheit im Beerenbau“ zusammen mit dem Link auf die real existierende Webseite von proberry.de. Was ist also der Zweck der Spammail? Georg Schemmel vermutet einen gezielten Angriff einer holländischen Firma, die der Branche seit einiger Zeit Probleme bereitet und gegen die die Website proberry.de seit Längerem Stellung bezieht. Doch das ist eine reine Vermutung. „Wer dahinter steckt und ob dies ein gezielter Angriff ist, lässt sich anhand der vorliegenden Daten nicht bestimmen“, sagte uns Herr Krieger von eleven. Sicher ist nur, dass die Mails nicht von einem einzelnen Server, sondern einer Vielzahl von Servern verschickt werden. Die Absender sind damit Teil eines „Botnet“ und wissen oft gar nicht, dass ihr PC gehackt wurde und für den Versand von Spams missbraucht wird.

Transparenz soll Online Reputation retten

Herr Schemel wendete sich hilfesuchend an die Polizei. Aber auch eine Anzeige kann das Problem nicht lösen. „Telefonisch hat man mir bei unserer örtlichen Polizei mitgeteilt, da könne man nichts machen“, berichtet der Landwirt. Wenn es um Online Reputation geht, gelten eben andere Gesetze. Proberry.de hat daher begonnen, über die Spamaktion auf ihrer eigenen Seite soweit wie möglich aufzuklären. Alle Neuigkeiten zur Spamwelle werden chronologisch aufgeführt. Ein Artikel vom eleven-securityblog.de , das als einer der Ersten über den Vorfall berichtete, wird ebenfalls herangezogen. In Foren und Blogs schaltete sich Herr Schemmel in die Diskussionen ein und bezog Stellung. „Auf die Transparenz bezüglich der Spamaktion gibt es fast nur positive Reaktion“, sagt er. Etwas Besseres konnte Herr Schemmel nicht tun. In einem solchen Fall sind einem die Hände gebunden. In die direkte Diskussion zu gehen ist daher der einzig richtige Weg.

Cyberkriminalität nicht nur gegen die „Großen“

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Verärgerte Emailempfänger können durch ein schnelles Schadensmanagement besänftigt werden, schwieriger wird es, wenn einige Schutzprogramme den Zugriff auf die Seite sperren (so auch im Fall proberry.de). Damit ist nicht nur die Online Reputation nachhaltig geschädigt, sondern die komplette Existenz der Website. proberry.de ist eine auf Informationen basierte Seite und wird somit keine Einsatzbußen haben. Das Geschehene lässt aber erahnen, wie einfach die Reputation von Unternehmen leiden und sich auch direkt auf Umsatzzahlen auswirken kann. Einen 100%igen Schutz kann es nicht geben. Ein zunehmendes Bewusstsein über die Methoden der Cyberkriminellen kann helfen. Wichtiger ist, dass Unternehmen durch schnelles und durchsichtiges Auftreten zu jeder Zeit ihre Online Reputation pflegen. So kann der Schaden bei einem Vorfall zumindest begrenzt werden.

In unserem Blog geht es um Kommunikation im digitalen Zeitalter – insbesondere für mittelständische B2B-Unternehmen. Wir teilen außerdem unser Fachwissen und unsere Einschätzung zu Ereignissen, Trends und Zukunft. Die geäußerte Meinung entspricht der Haltung des Autors.